Gemeinderat beschließt aktualisierten Hitzeaktionsplan für Heidelberg
Zusätzliche Maßnahmen sollen vorbereitet und Finanzierung geklärt werden
Die Stadt Heidelberg entwickelt ihren Schutz vor den Folgen zunehmender Hitze weiter. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 15. Oktober 2026 einstimmig die Aktualisierung des Hitzeaktionsplans (HAP) beschlossen und der Verwaltung zusätzliche Aufträge für den weiteren Hitzeschutz erteilt. Der Plan ist Bestandteil der Klimaanpassungsstrategie der Stadt Heidelberg. Die Stadt strebt an, diese bis Ende 2027 umfassend zu aktualisieren. Der Hitzeaktionsplan bündelt bereits bestehende Angebote und Maßnahmen und zeigt auf, wie der Schutz der Bevölkerung vor hohen Temperaturen weiter verbessert werden soll. Die Finanzierung der zusätzlichen Maßnahmen muss noch gesondert beschlossen werden.
Schon heute stehen Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Angebote zum Schutz vor hohen Temperaturen zur Verfügung. Dazu gehören die „Kühle Karte“ mit Trinkwasserstellen und kühlen Aufenthaltsorten, der Klima-Kompass mit aktuellen Wetter- und Umweltdaten sowie Informationen und Verhaltenstipps unter www.heidelberg.de/hitze. Zudem gibt es im Stadtgebiet mehrere öffentliche Trinkwasserbrunnen und Refill-Stationen, an denen mitgebrachte Flaschen kostenlos aufgefüllt werden können. Im September 2026 wurde auch der historische Herkulesbrunnen auf dem Marktplatz in der Altstadt für die Trinkwassernutzung freigegeben und steht ab der Saison 2027 der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Mit dem seit 2023 laufenden OASIS-Programm setzt die Stadt darüber hinaus Maßnahmen zur Begrünung, Entsiegelung und Verschattung öffentlicher Räume um. Auch der Hitzeschutz in Kindertagesstätten wird verbessert. Der aktualisierte Hitzeaktionsplan baut auf diesen Angeboten auf und sieht weitere Maßnahmen vor, darunter einen Hitzenotfallplan für akute, länger anhaltende Hitzeperioden.
Hitzeaktionsplan: Weitere Maßnahmen bis 2027 konkretisieren
Mit den zusätzlichen Aufträgen aus den Ausschussberatungen soll der weitere Handlungsbedarf konkretisiert werden. Bis Ende März 2027 soll die Verwaltung eine nach Dringlichkeit geordnete Übersicht besonders hitzebelasteter Einrichtungen und öffentlicher Räume vorlegen. Dazu gehören unter anderem Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen sowie öffentliche Plätze und Spielplätze. Für die jeweiligen Standorte sollen geeignete Schutzmaßnahmen mit Kostenschätzungen und Zeitplänen erarbeitet werden.
Unabhängig davon soll der bereits begonnene Ausbau des öffentlichen Trinkwasserangebots fortgesetzt werden: An vier weiteren Standorten – am Wilhelmsplatz, am Paradeplatz, am Mark-Twain-Abenteuerspielplatz und im Grahampark – sind neue Trinkbrunnen für die Saison 2027 vorgesehen. Auch der historische Brunnen auf dem Kornmarkt in der Altstadt soll künftig für die Trinkwassernutzung umgerüstet werden.
Finanzierung muss gesondert beschlossen werden
Ein weiterer Schwerpunkt der zusätzlichen Aufträge ist die Finanzierung. Die Verwaltung soll prüfen, welche Fördermittel von Bund und Land genutzt werden können. Für den Doppelhaushalt 2027/28 soll sie einen Finanzierungsvorschlag erarbeiten und dabei auch die Einrichtung eines ämterübergreifenden Sonderbudgets für den Hitzeschutz prüfen.
Mit dem Beschluss des aktualisierten Hitzeaktionsplans ist die Finanzierung der zusätzlichen Maßnahmen noch nicht gesichert. Ob und in welchem Umfang sie umgesetzt werden können, hängt von den verfügbaren finanziellen und personellen Ressourcen sowie den weiteren Entscheidungen der zuständigen Gremien ab.
Die Gremienunterlagen zum aktualisierten Hitzeaktionsplan sind im Bürgerinformationssystem der Stadt Heidelberg abrufbar. Weitere Informationen zum Hitzeschutz in Heidelberg sind online unter www.heidelberg.de/hitze zu finden.