Sommertour: Umweltbürgermeister Schmidt-Lamontain besuchte das Mühltal

Exkursion gab Einblicke in die Bildungsarbeit von „Natürlich Heidelberg“

Wie lässt sich Naturwissen nicht nur vermitteln, sondern unmittelbar erfahrbar machen? Dieser Frage ist Umweltbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain bei einer Exkursion durch das Mühltal nachgegangen. Der Termin am Montag, 10. August 2026, war Teil seiner Sommertour zu verschiedenen Projekten und Einrichtungen des Dezernats für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität. Im Mittelpunkt standen die Bildungsarbeit der Umweltbildungsplattform „Natürlich Heidelberg“ des städtischen Umweltamts, ihre langjährigen Kooperationen und der Umgang mit unterschiedlichen Interessen im Naturraum.

Ausgangspunkt der Rundwanderung war das Forsthaus Mühltalstraße. Seit 2013 dient es als Netzwerkhaus für Umweltbildung und Anlaufstelle für Schulen, Kindergärten, Bildungseinrichtungen und weitere Partner. Bei der Exkursion wurden außerdem Flächen des Waldkindergartens, der Lehrbienenstand des Bezirksimkervereins sowie Wiesen und Biotope im Mühltal vorgestellt.

„Die Bildungsorte im Mühltal zeigen verschiedene Ansätze der Umweltbildung: Sie verbinden Wissen mit unmittelbaren Erfahrungen und bringen unterschiedliche Partner zusammen. Kinder und Jugendliche lernen hier nicht nur über Natur, sondern in und mit ihr“, sagte Umweltbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain.

Gemeinsam mit Mitarbeitenden des städtischen Umweltamtes besuchte Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain auch das Forsthaus in Handschuhsheim .
Gemeinsam mit Mitarbeitenden des städtischen Umweltamtes besuchte Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain auch das Forsthaus in Handschuhsheim sowie einen der städtischen Waldkindergärten. (Foto: Philipp Rothe)

Forsthaus Mühltalstraße: Vom Pilotprojekt zum festen Bildungsangebot

Das angemietete Forsthaus Mühltalstraße hat sich in den vergangenen 13 Jahren zu einem zentralen Ort der Heidelberger Umweltbildung entwickelt. Unterschiedliche Miet- und Nutzungskonzepte ermöglichen es, den Betrieb des Hauses zu refinanzieren. Zahlreiche Angebote, die zunächst als Pilotprojekt begonnen hatten, sind inzwischen fest etabliert.

Dazu gehört der erste naturpädagogische Jugendtreff in Heidelberg. Das gemeinsam mit der Umweltbildungsplattform „Natürlich Heidelberg“, dem städtischen Jugendamt und der evangelischen Kirche entwickelte Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 13 Jahren sowie an Familien. Regelmäßige Waldgruppen, Wochenend- und Ferienangebote verbinden das Erleben im Wald mit der Vermittlung ökologischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge.

Auch das Gymnasium des Englischen Instituts (EI) nutzt den Naturraum regelmäßig als Klassenzimmer. Das gemeinsam mit „Natürlich Heidelberg“ entwickelte Konzept der „Outdoor Education“ verbindet Unterricht mit Bewegung und praktischen Erfahrungen in der Natur. Inzwischen sind alle vier fünften Klassen des EI jede Woche im Freien unterwegs. Neben Biologie, Geografie oder Sport können dabei auch Fächer wie Mathematik, Kunst und Geschichte einbezogen werden. Das Forsthaus steht unter anderem für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts zur Verfügung.

Ein Netzwerk mit vielen Partnern

Weitere Kooperationen bestehen mit dem Waldkindergarten, der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und dem Naturpark Neckartal-Odenwald. Das Forsthaus wird zudem von Partnern der Umweltbildungsplattform für Veranstaltungen, Besprechungen und Fortbildungen genutzt. Neue Formate kommen regelmäßig hinzu – im Herbst ist beispielweise eine Veranstaltung rund um Esskastanien und Walnüsse vorgesehen.

Wie aus konkretem Bedarf eine dauerhafte Zusammenarbeit entstehen kann, zeigt der Lehrbienenstand des Bezirksimkervereins. Die Kooperation begann 2018, als der Verein einen geeigneten Standort benötigte und die Stadt eine Fläche zur Verfügung stellen konnte. Heute ist der Lehrbienenstand in die Umweltbildungsplattform eingebunden. Dort werden unter anderem angehende Imkerinnen und Imker ausgebildet. Auch ein stadteigenes Bienenvolk ist dort untergebracht.

Dr. Kristin Krewenka (Geschäftsstelle Landesverband Badische Imker e.V.) zeigt  Jochen Koch vom städtischen Umweltamt und Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain die Bienenkästen.
Dr. Kristin Krewenka (Geschäftsstelle Landesverband Badische Imker e.V.) zeigte anschaulich bei dem Rundgang die Bedeutung der Bienenpopulationen für die Region und wies auf aktuelle Entwicklungen und Tipps für den richtigen Umgang mit Bienen hin. (Foto: Philipp Rothe)

„Natürlich Heidelberg“: Natur schützen und Zusammenhänge erklären

Auf dem Rückweg zum Forsthaus führte die Exkursion entlang von Wiesen und Biotopen. Gerade im Mühltal treffen unterschiedliche Interessen aufeinander: Das Gebiet ist wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen und zugleich beliebtes Ziel für Erholungssuchende. Die Bildungsarbeit von „Natürlich Heidelberg“ vermittelt die Bedeutung der geschützten Flächen, erklärt Zusammenhänge und zeigt Wege für einen rücksichtsvollen Umgang mit dem Naturraum auf.

Zum Abschluss berichtete der aktuelle Freiwillige im Ökologischen Jahr (FÖJ) über seine Aufgaben und Erfahrungen bei „Natürlich Heidelberg“. Das Umweltamt bietet seit zwei Jahren diese Möglichkeiten für ein Freiwilligenjahr an, um die Bildungsarbeit zu ergänzen und jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, eigene Veranstaltungen und Projekte mitzugestalten.

Jochen Kohn vom städtischen Umweltamt und Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain stehen vor einem Schild im Mühltal.
Jochen Kohn vom städtischen Umweltamt veranschaulichte bei dem Rundgang verschiedene Facetten der städtischen Umweltberatung und -pädagogik. Über das Programm „Natürlich Heidelberg“ bietet er als staatlich zertifizierter Waldpädagoge und Forstwirt zahlreiche Exkursionen im Stadtgebiet an. (Foto: Philipp Rothe)

Weitere Informationen zur Umweltbildungsplattform „Natürlich Heidelberg“ und zum aktuellen Veranstaltungsprogramm unter: www.natuerlich-heidelberg.de.

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