Zehn Jahre gemeinsam für queeres Leben in Heidelberg

Runder Tisch sexuelle und geschlechtliche Vielfalt startet als „Runder Tisch Rainbow City Heidelberg“ ins zweite Jahrzehnt

Der Runde Tisch sexuelle und geschlechtliche Vielfalt der Stadt Heidelberg hat am 7. Oktober 2026 sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Seit seiner Gründung 2016 vernetzt das beratende Gremium die queere Community mit Stadtverwaltung, Politik, Wissenschaft, Fachstellen und weiteren gesellschaftlichen Akteur*innen in Heidelberg. Gemeinsam setzen sich die Mitglieder des Runden Tisches dafür ein, dass queere Menschen in Heidelberg sichtbar sind, Unterstützung finden und sie ihre Perspektiven in der Stadt einbringen können. Zum Jubiläum stellt sich der Runde Tisch zugleich für die kommenden Jahre neu auf: Mit einer neuen Geschäftsordnung trägt er künftig den Namen „Runder Tisch Rainbow City Heidelberg“.
 
„Entscheidend ist, dass wir nicht nur über Vielfalt sprechen, sondern gemeinsam daran arbeiten, dass alle Menschen in Heidelberg gleichberechtigt teilhaben und unsere Stadt mitgestalten können. Der Runde Tisch bringt dafür seit zehn Jahren unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammen und setzt wichtige Impulse für die Stadt“, sagt Bürgermeisterin Stefanie Jansen, Dezernentin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit.
 
Mit dem neuen Namen knüpft das Gremium an die Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre und Heidelbergs Mitgliedschaft im internationalen Rainbow Cities Network seit September 2020 an. Der Runde Tisch begleitet die Umsetzung der Empfehlungen des internationalen Städtenetzwerks in Heidelberg und bringt dabei die Erfahrungen der queeren Community vor Ort ein. Auch die Zusammensetzung entwickelt sich weiter: Mit der Aufnahme weiterer Heidelberger Initiativen gehören dem Runden Tisch inzwischen 30 Organisationen, Einrichtungen, Netzwerke und Initiativen an.

Gruppenbild vom Runden Tisch Rainbow City
Mit neuem Namen gemeinsam für queeres Leben in Heidelberg: Der Runde Tisch Rainbow City Heidelberg. (Foto: Phillip Rothe)

„2016 ging es darum, queere Perspektiven und Stadtverwaltung regelmäßig miteinander ins Gespräch zu bringen. Heute gibt es eine starke Community, feste Ansprechpersonen und viele Angebote für queere Menschen. Der neue Name steht für diese gemeinsame Entwicklung. Der Runde Tisch soll auch im zweiten Jahrzehnt ein Ort bleibt, an dem unterschiedliche Erfahrungen zusammenkommen und gemeinsam an den Themen gearbeitet wird, die queere Menschen in Heidelberg bewegen“, sagt Marius G. Müller-Emmerich von der Fachstelle Queeres Heidelberg.

Zehn Jahre Entwicklung zur Rainbow City

In den vergangenen zehn Jahren ist in Heidelberg vieles entstanden, das queere Menschen unmittelbar erreicht. Seit 2017 gibt es im Amt für Chancengleichheit eine feste Ansprechperson für queere Themen, daraus ist inzwischen die Fachstelle Queeres Heidelberg entstanden. Zur kommunalen Arbeit gehört dabei auch der Blick darauf, wie queere Menschen den Kontakt mit Behörden und Verwaltung erleben. Menschen, die Beratung und Unterstützung suchen, finden mit PLUS Rhein-Neckar eine spezialisierte Fach- und Beratungsstelle. Queer Youth bietet queeren Jugendlichen einen Raum für Austausch und Unterstützung. Queeres Leben ist heute zudem an vielen Stellen der Stadt sichtbar und erlebbar: Das Queer Festival verbindet Begegnung, Austausch und queere Sichtbarkeit, der Queer Space ist als queeres Zentrum ein fester Treffpunkt für die Community, und die Pride bringt Vielfalt und Selbstbestimmung in den öffentlichen Raum. Der Runde Tisch war bei dieser Entwicklung immer wieder Impulsgeber: Hier werden Erfahrungen aus der queeren Stadtgesellschaft zusammengebracht und neue Ideen für die Stadt entwickelt.

Queere Sicherheit erneut im Fokus

Neben dem Jubiläum stand die Sicherheit queerer Menschen erneut im Mittelpunkt der Sitzung des Runden Tischs am 7. Oktober. Vor dem Hintergrund des Anschlags auf den Christopher Street Day in Berlin am 25. Juli 2026 tauschten sich die Mitglieder über die Situation in Heidelberg aus. Die Fach- und Beratungsstelle PLUS Rhein-Neckar berichtete zur Lage vor Ort. Queer Play e. V. als Veranstalter des Queer Festivals und Queer Space Heidelberg e. V. als erstes queeres Zentrum der Stadt berichteten über Angriffe und Erfahrungen aus ihrer praktischen Arbeit.
 
An dem Austausch nahmen auch Vertreter*innen des Kommunalen Ordnungsdienstes, der Polizei und der Staatsanwaltschaft teil. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie queere Menschen besser geschützt und unterstützt werden können und wie die verschiedenen Anlaufstellen dabei zusammenarbeiten können. Die gemeinsame Beratung machte deutlich: Wer Anfeindungen oder Gewalt erlebt, soll in Heidelberg wissen, wo Unterstützung zu finden ist.

Rainbow City Heidelberg: Ausblick auf den Herbst

Auch in den kommenden Wochen wird queeres Leben in Heidelberg mit unterschiedlichen Veranstaltungen sichtbar. Mitte Oktober erscheint auf der Webseite der Fachstelle Queeres Heidelberg unter heidelberg.de/queer das Programm der Trans*Aktionswochen Rhein-Neckar, die vom 1. bis 22. November 2026 stattfinden.
 
Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, findet von 18 bis 20 Uhr die zweite Rainbow City Lecture in Kooperation mit der Universität Heidelberg statt. Prof. Dr. Christine M. Klapeer von der Justus-Liebig-Universität Gießen spricht im Hörsaal 01 der Neuen Universität über „Autoritäre Geschlechterpolitiken, Antifeminismus und LGBTIQ+ Bewegungen als Räume demokratischer Innovation“.
 
Erstmals unterstützt die Stadt in diesem Jahr zudem die Ace Week, eine internationale Aktionswoche für die Sichtbarkeit asexueller und aromantischer Menschen. Am Samstag, 24. Oktober 2026, veranstalten AktivistA und der Heidelberger Aspec-Stammtisch dazu ein gemeinsames Angebot im Queer Space Heidelberg.

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