Bildung, Wissenschaft und Forschung
Wissenschaftsstadt
Perspektive "Europäische Wissenschaftsstadt Heidelberg"
Perspektive "Europäische Wissenschaftsstadt Heidelberg"
Wissenschafts- und Städtebautradition als Erbe
Heidelberg benötigt kein neues Profil - im Gegensatz etwa zu altindustriellen Städten und Regionen. Gerade in der Kontinuität über Jahrhunderte, im Erbe von Baukultur und Wissenschaftskultur, liegen Heidelbergs besondere Verantwortung und Chancen. Der Kulturbegriff fordert auf, beides gemeinsam zu denken: Die Wissenschaften als Leitfunktion und ökonomische Basis sowie die urbane Stadt als räumliche Einbettung.
Wissenschaftsstadt als Stadtprofil
Der Erfolg einer solchen Entwicklungsstrategie wird insbesondere davon abhängen, wie es gelingt Baukultur und Wissenschaftskultur aufeinander zu beziehen.
- Auch in Zukunft sollen wissenschaftliche Exzellenz und Innovation mit der Tradition der europäischen Stadt in Verbindung stehen.
- Auch in Zukunft soll innovativer Städtebau mit der Tradition als Wissenschaftsstadt gekoppelt sein.
Heidelberg hat dann beste Voraussetzungen, sich selbstbewusst und mit starker eigener Identität in die internationale Arbeitsteilung und Konkurrenz der Universitätsstädte einzubringen.
Perspektive
Die Verknüpfung von Wissenschafts- und Baukultur wäre die Vision und das Leitthema einer Perspektive Heidelberg. Ihre Ausarbeitung soll weitere Aspekte der Heidelberger Stadtidentität integrieren. Das Programm ist noch zu formulieren. Beispiele gibt es kaum. Die meisten Ansätze beschränken sich in der Regel auf die Betrachtung einzelner Stadtteile bzw. Campusgebiete. Eine Perspektive der Wissenschaftsstadt als Ganzes ist insofern noch Neuland, auch im internationalen Maßstab. Eine besondere Bedeutung erhält darin die einzigartige Typenreihe an Wissenschaftsstadt-Formen: Historische Stadt, Gründerzeitliche Stadt, Funktionale Stadt und Neuinterpretation der Europäischen Stadt.
"Europäische Wissenschaftsstadt"
Der Titel „Europäische Wissenschaftsstadt“ soll auf folgende Aspekte einer Stadtentwicklungsperspektive Heidelbergs hinweisen:
- auf das Wissenschaftsprofil,
- auf den gesamtstädtischen Ansatz,
- auf die europäische Kulturleistung „Universität“,
- auf die europäische Kulturleistung „urbane Stadt“ und
- auf den internationalen Anspruch.
Mögliche Facetten einer Perspektive "Europäische Wissenschaftsstadt" Heidelberg könnten dann sein:
- urban im Sinne der europäischen Städtebautradition
- bildstark durch gestalterische Qualitäten in alten und neuen Stadtteilen
- integrativ im Sinne der Chancengleichheit
- weltoffen im Sinne von Netzwerken, Internationalität, Bekanntheit, Gastfreundschaft und Toleranz
- überschaubar durch differenzierte Stadtteilidentitäten und Vernetzung
- nachhaltig im Sinne der Ressourcenschonung
Ganzheitlicher Ansatz
Diese erste Annäherung ist auf einzelne Zielfelder des Stadtentwicklungsplans 2015 fokussiert. Eine gewisse Konzentration erscheint unerlässlich, um Kräfte zu bündeln und Prioritäten zu setzen. Gleichwohl sind auch andere Zielfelder im Auge zu behalten. Es geht um mehr als „Stärken stärken“ bzw. die Arbeit am Stadtprofil. Bei der Weiterentwicklung einer sozialen und nachhaltigen Wissenschaftsstadt ist eine Balance zwischen ökologischer Qualität, wirtschaftlicher Dynamik, baukultureller Qualität, kreativen Stadträumen, und sozialem Ausgleich herzustellen. Das Profil "Europäische Wissenschaftsstadt" Heidelberg lässt zahlreiche Synergien erwarten. Der städtebauliche Ansatz und der Bezug zum gemischten urbanen Kontext sind gute Voraussetzungen für Ganzheitlichkeit und Interessenausgleich.
Die Stadtredaktion: Audio-Beitrag „Heidelbergs Weg zur europäischen Wissenschaftsstadt“




