Die in den Jahren 1974 bis 1976 erbaute Montpellierbrücke wird derzeit saniert. Ende der Sommerferien 2026 wird die Brücke vollständig fertiggestellt. Die Montpellierbrücke ist 50 Jahre alt und eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Heidelbergs. Die Spannbetonbrücke wies über 100 Schäden und Mängel auf, die die aktuelle Modernisierung der Brücke notwendig machten. Ziel der Baumaßnahme ist, die maximale Lebensdauer der Brücke auf mindestens weitere 25 Jahre nachhaltig zu verlängern und die Brücke tragfähiger zu machen. Nach der Fertigstellung ist die Brücke aufgrund besser geführter Geh- und Radwege sowie barrierefreier Übergänge sicherer für alle Verkehrsteilnehmenden. Die Stadt erhält für die Modernisierung der Brücke eine Förderung vom Land Baden-Württemberg in Höhe von rund 11,1 Millionen Euro. Damit werden rund 30 Prozent der Kosten vom Land übernommen. Zum Abschluss des Bauprojekts muss die Fahrbahn in Richtung Innenstadt in den Sommerferien 2026 für rund zwei bis drei Wochen gesperrt werden. Dabei werden die Fahrbahndecke an der Kreuzung Ring-/Speyerer Straße und die Fahrspur entlang der Gleistrasse erneuert.
Warum muss die Brücke saniert werden?
An der Montpellierbrücke wurden bei routinemäßig durchgeführten Bauwerksprüfungen in den vergangenen Jahren zahlreiche Schäden und Mängel festgestellt, die eine Modernisierung der Brücke notwendig machten. Zusätzlich wurde das Lastniveau der Brücke an das derzeitig gültige Regelwerk angepasst.
Massive Schäden an der Bausubstanz. (Foto: Stadt Heidelberg)
In den Jahren 2006 bis 2010 wurde die Brücke bereits für die Nutzung von Straßenbahnen angepasst und teilweise saniert. Der Zustand hatte sich aber inzwischen deutlich verschlechtert. Die letzte Hauptprüfung zeigte, dass die Schädigung der Bausubstanz schnell voranschreitet.
Bei der Modernisierung der Brücke wurden auch Brandschutzmängel beseitigt sowie der Arbeitsschutz verbessert und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Beispielsweise wurden Zugänge zu den Brückenträgern angepasst sowie Rettungsöffnungen eingebaut und Beleuchtungsanlagen in den Hohlkästen und Widerlager erneuert.
Was ist geschafft?
Seit Beginn der Modernisierung im Januar 2023 wurden die Fahrbahnbeläge auf rund 7.000 Quadratmetern erneuert. Zum Vergleich: Der Universitätsplatz in der Altstadt ist 4.740 Quadratmeter groß. Die Arbeiten auf der Brückenseite in Richtung Weststadt sind abgeschlossen, die Arbeiten auf der Brückenseite in Richtung Hauptbahnhof enden im Juli.
Die Abfahrtsrampe auf die Lessingstraße wurde saniert und steht seit Juli 2025 wieder offen, die Auffahrtsrampe vom Hauptbahnhof kommend ist seit Mitte März 2026 wieder befahrbar. An allen wichtigen Kreuzungen gibt es jetzt barrierefreie Querungen.
Hier wurde der Beton wieder instandgesetzt. (Foto: Stadt Heidelberg)
Auch unterhalb der Brücke, an den Seiten und im Inneren der Brücke wurde, nicht sichtbar für die Bevölkerung, gearbeitet. Die Betonoberflächen wurden auf 11.000 Quadratmetern instandgesetzt. Insgesamt mussten rund 530 Spanngliedköpfe - nicht sichtbar in der Brücke verbaut - gesichert, geschützt und instandgesetzt werden. Insgesamt wurden über 1.100 Tonnen Beton und 40 Tonnen Betonstahl an der Brücke eingebaut.
Bei der Modernisierung der Brücke wurden zudem Brandschutzmängel behoben und der Arbeitsschutz auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Beispielsweise wurden Rettungsöffnungen eingebaut.
Welche Abschnitte werden wann geöffnet?
Die Kreuzung Ring- und Lessingstraße, die während der Bauarbeiten ebenfalls saniert wurde, erhielt eine neue Ampelanlage. In diesem Bereich werden bis Ende März die einzelnen gesperrten Abschnitte wieder geöffnet.
An der Brückenseite stadtauswärts geht es auf die Zielgerade. Der Geh- und Radweg kann ab Mitte April geöffnet werden. An der Kreuzung Czernyring/Speyerer Straße wird derzeit die letzte barrierefreie Gehwegquerung gebaut.
Ab Mai kann der Radweg entlang der Lessingstraße wieder befahren werden.
Aufgrund von Betoninstandsetzungen und anderer abschließender Arbeiten führt der Fahrtweg unter der Montpellierbrücke über die Lessingstraße noch bis Ende Juli jeweils einspurig in beide Richtungen.
Warum wird es teurer?
Die Spannbetonbrücke wies bereits zu Beginn der Sanierung weit über 100 Schäden und Mängel auf. Und es wurden noch mehr. Das Problem: Bauen im Bestand. Bei der Modernisierung wurden im Bauverlauf weitere Schadensbilder festgestellt, die vorab nicht erkennbar waren und zusätzliche Leistungen erforderten.
Die Kostensteigerung ist das Ergebnis einer konsequenten und notwendigen Anpassung an die reale Bausubstanz. Von einer in weiten Teilen undichten Fahrbahndecke, unvorhersehbaren Schäden im Tragwerk und Betonkrebs (Korrosion des Stahls im Beton) über falsche Pläne aus den Siebzigern bis hin zu komplexen Abhängigkeiten im Bahnbetrieb mussten bautechnische Lösungen gefunden werden, die so vorab nicht planbar waren. Die Standfestigkeit der Brücke war im Bauverlauf zu keiner Zeit gefährdet.
Basierend auf der Planung aus dem Jahr 2021 stiegen die Kosten um 14,5 Millionen Euro: von 22,5 Millionen Euro bei der Maßnahmengenehmigung im Jahr 2021 auf rund 37 Millionen Euro im Sommer 2026 (Prognose zum Bauende). Die Mehrkosten verteilen sich grob wie folgt: Massenmehrungen, vor allem durch schlechte Bausubstanz: 5,5 Millionen Euro, Nachträge, beauftragt durch geänderte oder ergänzte Leistungen: 5 Millionen Euro, Baunebenkosten wie Planungshonorare, zusätzliche Prüfungen und Probleme durch Bauen im Bahnbereich: 4 Millionen Euro.
Eine Vorlage über die Erhöhung der Maßnahmengenehmigung geht demnächst in den Gremienlauf: Stadtentwicklungs- und Bauausschuss am 5. Mai, Haupt- und Finanzausschuss am 20. Mai und in den Gemeinderat am 11. Juni.
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Baustellen-Update vom 4. September 2023: Was wurde gemacht und wie geht es weiter?
Baustellen-Update vom 19. Januar 2023: Warum muss die Brücke modernisiert werden? Im Video erklärt der Erste Bürgermeister der Stadt Heidelberg, Jürgen Odszuck, warum die Montpellierbrücke dringend modernisiert werden muss. Weiter erläutert er, welche konkreten Maßnahmen die Stadt Heidelberg dazu unternimmt und welche Auswirkungen sich für Verkehrsteilnehmende daraus ergeben werden.
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